Aus Anlass der Veröffentlichung des Buches „Wolf Vostell. Leben dé-coll/AGIEREN.“ fand am 19. Juni 2013 ab 19:30 unter dem Titel „Décollage ist dein Fieber“ in der Schönbrunner Straße 111 ein Performance-, Musik- und Gesprächsabend statt. Im offenen Künstlerkollektiv des „T.R.U.S.T. 111“ wurde der Vostell’schen Devise „Kunst ist Leben, Leben ist Kunst“ nachgegangen. 

Wolf Vostell gehörte mit seinen Dé/collagen, Happenings, elektronischen Environments, Filmen und seiner Fluxus-Musik zu den einfussreichsten Künstlern der Nachkriegszeit. In den 1960er und 1970er Jahren war er auf Augenhöhe mit Kollegen wie Joseph vvvBeuys und Allan Kaprow. In der medialen Öffentlichkeit ist er heute jedoch in den toten Winkel der Wahrnehmung gedrängt. 

Dieser Umstand bewog Brigitte Marschall, Professorin am Wiener Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, und Martin Fichter-Wöß, Kulturredakteur der Austria Presse Agentur, sich dem Künstler in einer neuen Publikation zu widmen. Als HerausgeberInnen des Bandes „Wolf Vostell. Leben dé/coll/AGIEREN“ haben sie Beiträge von Weggefährten und Forschern versammelt, die dem Phänomen und der Bedeutung des Künstlers in der heutigen Zeit nachzuspüren. 

Peter Weibel beleuchtet Vostell als Vorläufer der Youtube-Kultur, Bazon Brock betrachtet seine Installationen, Mäzen Gino Di Maggio erinnert sich an Vostell als deutschen Künstler, während Museumsdirektor Dieter Ronte ihn als Er nder des europäischen Happenings würdigt. Die Kunsthistorikerin Elisabeth Rath und der Theaterwissenschafter Thomas Antwi spüren der Relevanz von Vostells Werken in der heutigen Zeit nach, während Komponist Bruno Liberda sein musikalische Oeuvre beleuchtet. Der Medienwissenschafter Christian Schulte verankert Vostell in der Kritischen Theorie. Die beiden HerausgeberInnen widmen sich dem Vostell-Museum in Malpartida, sowie Gesprächen mit der Vostell-Witwe Mercedes und dem Museumschef Heinrich Liman.

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