Die Radical Faeries gingen in den 1970er Jahren aus der amerikanischen Schwulenbewegung hervor und wurden von Harry Hay, John Burnside, John Mitchel und Don Kilhefner gegründet.  
Im Rahmen des Projekts „Radical Faeries in Austria“  hat ein Team von Kulturwissenschaftler_innen und Künstler_innen die Formierungsprozesse der  österreichischen Radical Faeries während des Jahres 2013 dokumentarisch und künstlerisch begleitet. 
Das Jahr war dabei von einigen Schlüsselereignissen geprägt. Als Versammlungs- und Zufluchtsort wurde das „Faerie Sanctuary“ in Niederösterreich im Rahmen einer „Kissing awake“ Zeremonie eingeweiht. Am Salzburger Hochkönig fand das erste internationale Faerie Gathering „The sound of Faeries“ auf österreichischem Boden statt, zu dem sich über 50 Faeries aus zahlreichen Ländern einfanden.  
Die erste Hälfte der hier ausgestellten Bilder sind dokumentarischer Natur. Sie entstanden großteils im Faerie sanctuary, während der Pride Week 2013 am Wiener Heldenplatz und im Rahmen des Faerie Gatherings und zeigen Mitglieder der Faerie community . 
 
Die zweite Hälfte zeigt die künstlerische  Aneignung der Faerie Ästheitk. So wurden über die Projektdauer Ideen für Figuren, Handlungen und Kostüme entwickelt die im Januar 2014 im Kunstfilm und Fotoprojekt  Feybraiha mündeten.  Im  Rahmen der Ausstellung und Installation „Feen um Fummel“ im Februar 2014 fand die Performance Herzweihe statt.In den folgenden Monaten entwickelten die Künstler_innen der Selfsightseeing company ikonographische Visionen mythologischer „Parawesen“ als transzendierende persönliche Fantasmen, welche die Fotoausstellung komplementieren und hier im Rahmen der Ausstellung „Feen im Fummel: Radical Faeries im Wiener Rathaus“ zum ersten mal präsentiert werden.
Faeries als  queere Subkultur
 
Wie alle subkulturellen Bewegungen  stehen auch die Faeries vor der Frage wie sich die Dialektik von Sichtbarkeit und Marginalität in der eigenen Tätigkeit auflösen lässt ohne die eigentlichen Anliegen in den Hintergrund treten zu lassen.  Besonders im Rahmen der Pride Week wurde deutlich wie queere Subkulturen von der Eingemeindung in kommerzielle Partykultur betroffen sein können, und die Vermittlung legitimer Anliegen stehts in einem Spannungsverhältnis zu deren kommerzieller Auswertbarkeit liegt. In diesem Rahmen fällt eine Eigenheit  der österreichischen Faeries besonders auf:  Ihr Drang Autonomie vor allem auch im ästhetischen Raum zu behaupten.  Eine Grundfrage der Ausstellung ist somit inwiefern die Artikulation queerer Anliegen um den Preis der Unverständlichkeit erkauft werden muss.
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