Unter dem Titel: „Feen im Fummel, Radical Faeries im Wiener Rathaus“ führte Bastian Petz mit seiner selfsightseeing company die Performance „Heartfury“ im Arkadenhof des Wiener Rathauses auf. In dieser serviert Koch Martin kleine Häppchen, bevor unter dröhnenden Herzschlägen drei schrille Furien, angelehnt an die griechische Tragödie, blutige Tierherzen im Fleischwolf zerteilen und zu den kleinen zuvor servierten Häppchen anrichten, die weiterhin an die ZuschauerInnen serviert werden. Die Rachegöttinnen strafen so die Menschen, die andere diskriminieren und herabwürdigen – und dem Publikum bleibt das Grausen im Halse stecken, dass wir alle uns den Hass, die Diskriminierung und Homophobie so ahnungslos einverleibt haben und in uns tragen.
Text, WASt

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Bluttriefend beieinander, hoch erhoben,
An Wuchs und Haltung Weibern gleich, so standen
Die höllischen drei Furien stracks dort oben.
Giftgrüne Hydern ihre Gürtel banden,
Als Haupthaar Nattern sich den Unholdinnen
Und Vipern um die Schläfen dräuend wanden.
 
(Dante, Göttliche Komödie)

 

Von dem Geleit der Furien; er sprach:
„Bringst du die Schwester, die an Tauris
Ufer. Im Heiligthume wider Willen bleibt
 
(Goethe, Johann Wolfgang von: Iphigenie auf Tauris. Leipzig, 1787)
Rächend zu Boden hier trief ich des Herzens Gifttropfensaat,
Grausige, draus hervor ein blattlos, fruchtlos
Wuchernd Genist, o Schmach! über die Fluren gerankt,
Pestbeulen, todesgiftige, durch das Land verstreut!
Ich wehklage? Was will ich? Was soll ich?
 
(Aischylos, Die Eumeniden)
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