Was in der queeren Kulturszene von New York und San Francisco Alltag geworden
ist, erscheint in Wien noch als inkongruente Irritation: die „Radikalen Feen“. Etymologisch steckt im Radikalen die Wurzel wie die Veränderung. Ein Verhältnis das bei den internationalen Radical Faeries seit ihrer Gründung Ende der 1970er Jahre als Bekenntnis zur sozialen Veränderung und zum Neopaganismus zu finden ist. Die Austrian Faeries ergänzen das um eine ausgeprägte performative Komponente und machen im Rahmen ihrer Auftritte auch einer breiteren Öffentlichkeit ihre Vorstellungen von Individuation erfahrbar. 
Die ästhetische Vision und Philosophie der Radical Faeries begegnet uns seit einigen Jahren in der alternativen Popkultur: „And what‘s great about being transgender is you’re born with a natural religion … – you’re almost automatically a witch“ (Antony Hegarty). Coco Rosie, Björk, Justin Bond und „Shortbus“-Filmemacher John Cameron Mitchell verorten in ihren Arbeiten Aspekte einer Weltsicht, welche den Menschen in ihrer kollektiven kapitalistischen Neurose fremdartig erscheinen mag. Dragqueens, die wie „Feen im Fummel“ durch den Wald schreiten um im Einklang mit der Natur Rituale zu zelebrieren. Queere Individuen, die als „Stadtschaman_innen“ die Straßen tanzend remythologisieren. Es ist vor allem dieser ästhetischer Zugang, über den die Ausstellung „Feen im Fummel“ versucht sich den Faeries als Teil queerer und gegenkultureller Strömungen der Gegenwart zu nähern. 
 
Die 2013 entstandenen Aufnahmen und verwendeten Materialien sind Rohstoff der Ausstellung, die sich als Versuch versteht, die Idee des „Faerie Spaces“ zu reflektieren und im Sinne einer künstlerischen Forschung erfahrbar zu machen.
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Förderungen: WASt, Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen
 
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